Murdoch stellt sich als Opfer in Abhörskandal dar

Kioskea am Donnerstag April 26, 2012 04:32:29


Murdoch in London

Der Medienmagnat Rupert Murdoch hat sich als Opfer des Abhörskandals um sein inzwischen eingestelltes Blatt "News of the World" dargestellt.

Der Medienmagnat Rupert Murdoch hat sich als Opfer des Abhörskandals um sein inzwischen eingestelltes Blatt "News of the World" dargestellt. Der 81-jährige Unternehmer sagte vor einer Londoner Untersuchungskommission zur Presseethik, ein oder zwei Mitarbeiter seines Medienkonzerns News Corp. hätten der Führungsetage die Abhörpraktiken verheimlicht. Er werde deren Namen aber nicht nennen, weil sie festgenommen werden könnten.

Murdoch fügte hinzu, dass er dabei "gescheitert" sei, früher eine gründliche Untersuchung innerhalb der Zeitung zu fordern, als die Abhörpraktiken offensichtlich geworden seien. Ein Journalist von "News of the World" und ein Privatdetektiv waren im Jahr 2007 im Zusammenhang mit der Affäre zu Haftstrafen verurteilt worden.

Journalisten der "News of the World" sollen in Großbritannien unter anderem Politiker, Mitglieder der Königsfamilie und andere Prominente abgehört haben. Der Skandal war im Jahr 2006 ans Licht gekommen und geriet im vergangenen Jahr erneut in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass Journalisten des Blatts auch die Mailbox einer entführten und später ermordeten Schülerin geknackt hatten.

Die Affäre löste in Politik und Medien ein Erdbeben aus, was im Juli 2011 zum Ende der Zeitung, dem Rücktritt von Murdoch-Vertrauten, ranghohen Polizeibeamten und eines Mitarbeiters des konservativen Premierministers David Cameron führte. Ziel des jetzt eingesetzten richterlichen Ethikausschusses ist es, Lehren aus der Affäre zu ziehen und Empfehlungen für einen neuen Pressekodex auszuarbeiten.

© 2012 AFP

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