Verbraucherschützer haben einen besseren gesetzlichen Schutz gegen Abofallen im Internet gefordert. Wenn im Internet für einen Dienst Kosten anfallen, sollten die Nutzer das immer separat bestätigen müssen, forderte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. (Archivbild)
Verbraucherschützen haben einen besseren gesetzlichen Schutz gegen sogenannte Abofallen im Internet gefordert. Wenn im Internet für einen Dienst Kosten anfallen, sollten die Nutzer das immer separat bestätigen müssen, forderte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Durch eine entsprechende Regelung in Frankreich etwa seien überteuerte Abonnements von Internetdiensten dort kein Thema.
Der vzbv monierte Internetseiten, die auf den ersten Blick kostenlose Kochrezepte oder Hausaufgabenhilfen anbieten, auf denen die Nutzer dann aber ein teures Abonnement abschließen. "Viele Verbraucher rechnen nicht damit, für Dienste zahlen zu müssen, die es im Internet im Normalfall kostenlos gibt." Im guten Glauben gäben die Verbraucher daher Namen und Adresse an - und schlössen damit teure Abonnements oder kostenpflichtige Zugänge ab. "Kurze Zeit später kommt die Rechnung, Beträge von 200 Euro für zwei Jahre sind keine Seltenheit."
Der vzbv fordert daher klarere gesetzliche Vorgaben, um die Preistransparenz im Internet zu erhöhen. "Dass ein Angebot Geld kostet, muss für jedermann erkennbar sein, etwa durch ein deutlich sichtbares Abfragefeld", forderte vzbv-Chef Gerd Billen. In Frankreich sei die die Preistransparenz bereits Gesetz, Kostenfallen seien dort "kein Thema". In Deutschland dagegen liege der Schaden im Millionenbereich.
Der vzbv gewinnt nach eigenen Angaben seit Jahren ein Verfahren nach dem anderen gegen unseriöse Onlineanbieter. Trotzdem nähmen die fragwürdigen Angebote weiter zu. "Mit geringer Anpassung starten die Betreiber einfach ein neues Angebot." Die Verbraucherschützer fordern daher schärfere Sanktionen gegen die Hintermänner der Angebote. "Anwälte, die im Auftrag der Betreiber Mahnschreiben wie Postwurfsendungen verschicken, muss die Zulassung entzogen werden können", forderte Billen. Auch stünden die Banken in der Pflicht, einschlägig bekannten Anbietern ein Konto zu verweigern.
Zusammen mit der "Computerbild" stellte der vzbv ein Programm für Internetnutzer vor, dass vor Webseiten mit Abofallen warnen soll. Die Software, die Verbraucher gratis im Internet herunterladen können, integriert sich in die Browser Internet Explorer und Firefox. Surfen die Nutzer auf gefährliche Seiten im Internet, warnt das Programm vor der Seite und verweist auf kostenlose Alternativen.
© 2009 AFP