Mehr Therapiemöglichkeiten für Online-Süchtige gefordert

Kioskea am Freitag 3 Juli 2009 à 11:42:27

Computerspieler

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), plädiert für einen Ausbau der Therapiemöglichkeiten für Onlinesüchtige. Der Bedarf wachse, denn das Problem der Onlinesucht werde immer größer, sagte Bätzing.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), plädiert für einen Ausbau der Therapiemöglichkeiten für Onlinesüchtige. Der Bedarf wachse, denn das Problem der Onlinesucht werde immer größer, sagte Bätzing der "Mitteldeutschen Zeitung". Schätzungen zufolge seien drei Prozent aller Internetnutzer - hauptsächlich junge Männer im Alter zwischen 15 und 25 Jahren - abhängig und verbrächten in ihrer Freizeit mehr als zehn Stunden täglich im Netz.

In der Folge litten andere Freizeitaktivitäten, Schule und Familie, sagte Bätzing. "Sozialkontakte in der realen Welt werden auf Null reduziert. Es spielt sich alles nur noch virtuell ab." Die Betroffenen verlören die Kontrolle über sich selbst, Konfliktfähigkeit und Kommunikationsvermögen nähmen ab. Diese "Verhaltenssucht" sei mit derjenigen nach Glücksspielen zu vergleichen, sagte die Drogenbeauftragte, deren diesjährige Jahrestagung in Berlin sich mit der Sucht nach Internet und Computerspielen befasst.

Neben zusätzlichen Therapieplätzen für Betroffene forderte Bätzing, die Medienkompetenz von Eltern und Kindern zu stärken. Es gehe um die Fähigkeit, "zwischen der virtuellen und realen Welt zu unterscheiden". Kinder müssten einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet lernen, und "die Eltern müssen da hinschauen und rechtzeitig einschreiten".

© 2009 AFP