Ein Prozessor ist normalerweise dafür vorgesehen, mit einer bestimmten Frequenz zu funktionieren, genauer gesagt, mit der für die seine Funktionsweise zertifiziert ist. Es kann jedoch von Interesse sein diese Frequenz zu erhöhen, denn sie ist es, die die Rechengeschwindigkeit bestimmt. So ist es möglich an Rechenleistung zu gewinnen, ohne dafür Geld auszugeben.
Andererseits ist es ebenfalls möglich die Frequenz der Busse des Motherboardszu erhöhen, das heißt die Kommunikationsgeschwindigkeit zwischen dem Prozessor und den anderen Elementen.
Man bezeichnet allgemein als Overclocking diesen Prozess der Erhöhung der Prozessorfrequenz (englisches Wort welches man durch den Begriff « Übertakten »übersetzen kann).
Dieser Prozess ist allerdings nicht gefahrlos für denComputer. Eine Erhöhung der Frequenz wird nämlich in erster Linie von einer Erhöhung der Temperatur der Elemente, die diese ertragen begleitet. Es muss also darauf geachtet werden, dass die Elemente, die von dieser Temperaturerhöhung betroffen sind, korrekt belüftet sind (der Prozessor ist natürlich ein Element welches eine große Temperaturerhöhung erleiden wird, aber andere Elemente erleiden diese auch...). Die erste Etappe besteht also darin zusätzliche Kühler /Ventilatoren hinzuzufügen, um die zusätzliche Wärme abzuführen.
Andererseits ist es möglich, dass zusätzliche Karten eine zu große Frequenzerhöhung nicht ertragen (eine PCI-Karte , zum Beispiel, ist ursprünglich dafür vorgesehen bei 33 MHz zu laufen).
Im günstigsten Falle funktioniert das System richtig. Es kann allerdings auch instabil werden, oder sich blockieren, in welchem Falle es reicht zu der vorhergehenden Konfiguration zurückzukehren. Gewisse Elemente können auch überhitzten und durchbrennen, in welchem Fall es nötig wäre sie zu wechseln und der Übertaktungsprozess könnte schnell teurer werden als ein Prozessorwechsel !
Um das Übertakten zu verstehen, ist es nötig den Begriff der Frequenz zu verstehen, und die Beziehungen, die zwischen den Frequenzen des Motherboards und des Mikroprozessors bestehen.
Man muss zuerst wissen wie die Hersteller
die Frequenz ermitteln, mit der der
Prozessor läuft :
Die Prozessoren die von einem Hersteller gebaut werden, stammen aus einer gleichen Basis-Serie. Am Ende
der Herstellung jedoch, werden die Prozessoren Frequenztests unterzogen, das heißt, dass
man die Prozessoren einer gewissen Frequenz unterwirft, und dann überprüft ob der Prozessor
in stabiler Weise funktioniert. Der Prozessor kann jedoch mit einer höheren Frequenz funktionieren,
ohne dass man es weiß, was fast immer der Fall ist, da die Hersteller eine große Sicherheitsmarge benutzen, um die Qualität ihrer Prozessoren sicherzustellen. In diesem Sicherheitsspielraum bewegt man sich, wenn man den Prozessor bis an seine Grenzen bringt, um ein paar Megahertz zu gewinnen, d.h. mehr Leistung!
So wird ein Pentium 150 vermutlich wenig Unterschied zu einem Pentium 166 aufweisen.
Ein Prozessor läuft mit einer höheren Geschwindigkeit als das Motherboard, so dass man einen so genannten Multiplikator-Koeffizient (oder Multiplikationskoeffizient) hat, der die relative Geschwindigkeit des Prozessors im Verhältnis zu dem Motherboard definiert. Ein Koeffizient von 2 bedeutet so: " der Prozessor läuft mit einer Geschwindigkeit die zweimal so hoch ist wie die des Motherboards ".
Ein Übertakten kann auf zwei Arten realisiert werden :
Übertaktungs-Möglichkeiten
| Basisprozessor | Bussystem |
PCI Bus | Multiplikationskoeffizient | Ergebnis |
| Pentium 75 | 60 MHz 66 MHz |
30 MHz 33 MHz |
1.5 1.5 |
Pentium 90 Pentium 100 |
| Pentium 90 | 60 MHz 66 MHz |
33 MHz 33 MHz |
1.5 2 |
Pentium 100 Pentium 133 |
| Pentium 100 | 66 MHz | 33 MHz | 2 | Pentium 133 |
| Pentium 120 | 66 MHz 66 MHz |
33 MHz 33 MHz |
2 2.5 |
Pentium 133 Pentium 166 |
| Pentium 150 | 66 MHz 66 MHz |
33 MHz 33 MHz |
2.5 3 |
Pentium 166 Pentium 200 |
| Pentium 166 | 66 MHz | 33 MHz | 3 | Pentium 200 |
Es gibt also hauptsächlich zwei Arten sein System zu übertakten :
Die Frequenz eines Busses des Typen PCI zum Beispiel, ist mit der des Motherboards über einen Koeffizienten von 0,5 verbunden, das heißt, mit einem Motherboard, welches mit 66 MHz läuft, hat der PCI Bus eine Frequenz von 33 MHz. Damit hat eine Erhöhung der Basis Frequenz des Motherboards, als direkte Konsequenz die proportionale Erhöhung der Frequenz des PCI Busses, und damit aller Komponenten die hiermit verbunden sind.
Es ist demnach besser die Frequenz des Motherboards zu erhöhen, als den Multiplikationskoeffizienten. Sehen wir uns das anhand eines Beispiels an: ein Pentium 166 dessen Basisfrequenz 83 MHz ist und dessen Multiplikationskoeffizient zwei beträgt (2x83=166) wird besserer Leistungen erreichen als ein Pentium 200 dessen Basisfrequenz 66 MHz beträgt und dessen Multiplikationskoeffizient drei ist (3x66=200). Tatsächlich spielen gewisse Organe eine Brems-Rolle, da der Prozessor " wartet" das diese ihre Operationen ausgeführt haben, bevor er mit seinen fortfährt!
Sobald man anfängt das Übertakten zu praktizieren, wird die Temperatur der Elemente die übertaktet werden, erheblich erhöht, was sich für sie als schädliche erweisen kann. Ein Prozessor ist meist getestet um eine Temperatur von etwa 80°C auszuhalten, darüber hinaus kann ein dauerhafter Schaden entstehen. Daher spricht man nie von Übertakten, ohne gleichzeitig von Kühlung und Lüftung zu sprechen. Der Prozessor wird meist gut gekühlt, mit einem passenden Ventilator. Er ist allerdings nicht das einzige Elemente welches an der Überhitzung leidet, die mit der Übertaktung verbunden ist : die Chipsets, die Arbeitsspeicherkarten, sowie die Spannungsregler müssen ebenfalls gekühlt werden.
Welches sind die Kühlsysteme die zu verwenden sind?
Das am häufigsten verwendete System, besteht aus einem Ventilator der auf einem Kühler befestigt ist (der Kühler ist eine Metallscheibe mit Lamellen, die es ermöglicht den Wärmeaustausch zwischen dem Prozessor, auf dem er angebaut ist, und der umgebenden Luft, zu verbessern). Der Ventilator kann auch unmittelbar auf dem Prozessor angebaut sein, aber der Kühleffekt ist dann weniger gut; eine kleine Metallplatte zwischen dem Ventilator und dem Prozessor hilft die Wärme des Prozessors abzuführen. Der Ventilator sollte so groß wie möglich sein (nehmen Sie zum Beispiel einen Spezialventilator Cyrix 6x86 M1, der den Ruf hat sehr warm zu werden) um eine erhebliche Bewegung zu erzeugen, die so auch zur Lüftung des Gehäuses beiträgt...
Spezialisten der Übertaktung benutzen manchmal eine Wärme-Leit-Paste (Typ Silikon) zwischen dem Prozessor und dem Ventilator, um den Austausch zu optimieren. Es gibt auch Ventilatoren, die mit einer Alarmfunktion ausgestattet sind (verbunden mit dem Lautsprecher Ihres Computers), und die ausgelöst wird, wenn der Ventilator einen Störfall erleidet. Eine Ventilatorpanne kann sofort den Tod ihres Prozessors hervorrufen. Daher ist dieser Ventilatortyp empfehlenswert, wenn sie ihren Prozessor hart übertakten.
Schließlich gibt es Elemente die eine hervorragende Kühlung sicherstellen: es handelt sich um die Scheiben
mit Peltier-Effektdie wie eine Wärmepumpe arbeiten, indem sie die Temperatur ein auf einer Seite stark senken
(auf der Seite des Prozessors), sie auf der anderen Seite aber erhöhen, die durch einen Ventilator gekühlt werden muss. Diese Art von
System ist empfehlenswert für das Übertakten!
Die Lüftung ist ebenfalls sehr wichtig, da die Luftbewegung im Gehäuse es ermöglicht die Wärme nach außen abzuführen, die die Elemente an die Luft abgegeben haben. Aus diesem Grund ermöglicht ein " geordnetes " Gehäuse möglichst wenig Hindernisse der Ventilation entgegenzustellen. Die Flachkabel der Festplatte (insbesondere die SCSI Flachkabel, die sehr breit sind) können, wenn sie sich vor einem sich erhitzenden Elemente befinden (vor dem Prozessor zum Beispiel), der Lüftung schaden und möglicherweise eine Überhitzung hervorrufen (auch für nicht übertaktete Prozessoren...).
Andererseits reagiert die Festplatte ebenfalls empfindlich auf eine zu hohe Temperaturerhöhung, so dass man darauf achten muss, sie nicht an einer zurückgezogenen Stelle des Gehäuseseinzubauen, sondern vorzugsweise dort, wo sie von der Luftbewegung eines Ventilator profitiert.