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Die DVD (Digital Versatile Disc, seltener auch Digital Video Disc) ist eine «Alternative» zur Compact Disc (CD), deren Kapazität sechsmal höher ist (für den einfachen DVD-Träger von geringer Kapazität, einseitig und einschichtig). Das DVD-Format ist vorgesehen worden als Universal-Speicherträger, während die CD ursprünglich nur als Audio-Träger geplant war.
Das DVD-Format ist vorgesehen um die Daten zufallsbedingt adressierbar und zugänglich zu machen (auf nicht-sequenzielle Art). Es besitzt eine komplexe Struktur, die eine umfangreiche Interaktivität ermöglicht, aber die Verwendung von hochentwickelten Mikroprozessoren benötigt.
Das DVD-Format wurde ursprünglich (ab dem 15. September 1995) von einem Konsortium von zehn Firmen der Multimedia-Welt getragen (Hitachi, JVC, Matsushita, Mitsubishi, Philips, Pioneer, Sony, Thomson, Time Warner und Toshiba). Ab 1997, übernimmt ein neues Konsortium, «DVD Forum» genannt, die Rolle des ursprünglichen Konsortiums.
Eine DVD kann leicht mit einer CD verwechselt werden, da beide Träger Plastikscheiben von 12 cm Diameter und 1.2 mm Dicke sind und ihr Ablesen auf Benutzung eines Laserstrahls beruht. Allerdings benutzen die CD einen Infrarotlaser mit einer Wellenlänge von 780 Nanometer (NM) während die DVD-Brenner einen Rotlaser mit einer Wellenlänge von 635 NM oder 650 NM verwenden. Außerdem benutzen die CD-Player meist ein Linse mit einer Brennweite von 0,5, währen die DVD-Player sich auf eine Linse stützen, deren Brennweite 0,6 beträgt. So besitzen die DVD auch Gruben, deren Mindestgröße bei 0,40µ liegt, bei einem Abstand von 0,74µ, gegen 0,834µ und 1,6µ für die CD.
Der Vorteil der DVD liegt hauptsächlich in ihrer Speicherkapazität, die aus ihr den Video-Träger schlechthin macht. Eine DVD von 4,7 GO ermöglicht es über zwei Stunden komprimierte Videodaten in MPEG-2 (Motion Picture Experts Group) zu speichern, ein Format mit dem die Bilder komprimiert werden können, aber trotzdem eine hohe Bildqualität behalten.
Die DVD gibt es in «einfach beschichteter» Version und «doppelt beschichtet» (auf englisch «Dual Layer», geschrieben DL). Letztere bestehen aus einer halb-durchsichtigen und halb-reflektierenden Schicht auf Goldbasis, und einer reflektierenden und lichtundurchlässigen Schicht auf Silberbasis, getrennt durch ein Verbindungsschicht (bonding layer). Um beide Schichten zu lesen, verfügt das Laufwerk über einen Laser der seine Intensität, seine Frequenz und seine Brennweite ändern kann :
Die untere Schicht hat jedoch eine geringere Dichte. Außerdem wird die Information dort «umgekehrt» gespeichert, auf einer umgekehrten Spirale, um die Latenzzeit beim Übergang von einer Schicht auf die andere zu reduzieren.
Ferner gibt es die DVD in einseitiger oder zweiseitiger Version, so wie die Vinyl-Schallplatten. In letzterem Fall wird die Information auf beiden Seiten des Trägers gespeichert.
Man unterscheidet allgemein 4 große DVD-Trägerfamilien, die verschiedene Kapazitäten besitzen, je nach ihren physischen Merkmalen :
| Trägertyp | Eigenschaften | Kapazität | entsprechende Musikspielzeit | entsprechende CD-Anzahl |
|---|---|---|---|---|
| CD | 650Mo | 1h14 min | 1 | |
| DVD-5 | einseitig, einschichtig | 4.7 Go | 9h30 | 7 |
| DVD-9 | einseitig, doppelschichtig | 8.5 Go | 17h30 | 13 |
| DVD-10 | doppelseitig, doppelschichtig | 9.4 Go | 19h | 14 |
| DVD-17 | doppelseitig, doppelschichtig | 18 Go | 35h | 26 |
Die offiziellen Spezifizierungen der DVD werden in fünf Büchern dekliniert :
Es gibt derzeit drei Formate für beschreibbare DVD :
Diese drei Formate sind nicht untereinander kompatibel, trotz vergleichbarer Leistungen. Das Format DVD-RAM wird nicht detailliert ausgeführt, da es hauptsächlich in Japan benutzt wird. Die Formate DVD-R(W) und DVD+R(W) sind allerdings weitgehend in Europa verbreitet.
Das Format DVD-R/DVD-RW basiert auf einer sogenannten «Pre-Pit-Technik». So wie die beschreibbaren CD (CD-R), benutzen die beschreibbaren und wiederbeschreibbaren DVD eine «pre-groove» (eine auf den Träger vorgebrannte Spirale), die sich nach einer Sinuskurve wellt, die wobblegenannt wird. Mit der pre-groove kann die Positionierung des Schreibkopfes auf dem Träger definiert werden (genannt tracking) während die Schwingungsfrequenz es dem Brenner ermöglicht, seine Geschwindigkeit anzupassen. Die Adressierinformationen (Position der Daten) werden allerdings über die auf den Träger vorgebrannten Gruben definiert, in den Vertiefungen (genannt land) zwischen den Rillen der Platte (genannt groove), «land pré pits» getauft (abgekürzt LPP).
Die Pre-Pits sind also ein zweites Signal, das zur Positionierung der Daten dient. Wenn der Laser einem Pre-Pit begegnet, erscheint ein Hochpunkt im Ausmaß der Schwingungen, der dem Brenner angibt, wo die Daten gebrannt werden sollen. Die Spezifikationen der DVD-R geben an, dass ein Pre-Pit eine Länge von mindestens einer Periode (1T) besitzen muss.
Das Format DVD-R/DVD-RW bietet Fehlerverwaltungsfunktionen an, hauptsächlich auf Software-Basis (genannt Persistent-DM und DRT-DM).
Das Format DVD+R/DVD+RW benutzt eine Spirale deren Schwingung (wobble) über eine sehr viel höhere Frequenz verfügt als die DVD-R (817,4 kHz für die DVD+R gegen 140,6 für die DVD-R) und die die Adressierung dank einer Modulation der Schwingungsphase vornimmt, d.h. eine Codierung durch Umkehrung der Phase, genannt ADIP (ADdress In Pre-groove). Die Umkehrung der Phase erscheint alle 32 Perioden (32T).
Das Format DVD+RW biete ein Fehlerkorrekturfunktion an, genannt DVD+MRW (Mount Rainier for DVD+RW abgekürzt in Mt Rainier for DVD+RW) mit der die defekten Blöcke markiert werden können. Wenn sich lesbare Daten auf diesem Block befinden, ermöglicht es ein Mechanismus, diese auf einen gesunden Block zu verschiebende und das Datei-Zuordnungsverzeichnis zu aktualisieren (man spricht dann von Logical to Physical Address Translation).
Eine Hintergrunds-Überprüfung ist außerdem in den Spezifikationen vorgesehen, die es erlaubt zu überprüfen ob Fehler auf der Platte bestehen, ohne dass das Laufwerk aktiv ist. Der Benutzer kann trotzdem den Träger jederzeit lesen oder auswerfen - in diesem Fall wird die Überprüfung fortgesetzt, sobald das Laufwerk wieder in Funktionsbereitschaft ist.
Die von den DVD+R verwendete Adressierungsmethode (Phasenmodulation), besitzt allgemein eine bessere Resistenz gegenüber elektromagnetischen Störungen, als die Pre-Pits-Methode. Während des Brennvorgangs muss der Brenner auch die Pre-Pits lesen, um die Daten ordnungsgemäß auf dem Träger zu positionieren. Das vom Laser ausgehende Licht kann allerdings zu Störungen führen.
Angesichts der Periode die der Länge eines Pre-Pits entspricht (1T), sind die Pre-Pits außerdem um so schwerer zu finden, als die Lese-Geschwindigkeit hoch ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass der erste kommerzialisierte Brenner 16x im Format DVD+RW war.
So verfügt das Format DVD+R(W), mit neueren Spezifikationen, über bessere Leistungen, sowie zusätzliche Funktionen. Das Format DVD-R(W) ist jedoch von dem DVD Forum ratifiziert en entspricht dem ursprünglichen Format, so dass die meisten Lesegeräte, insbesondere für Wohnzimmergebrauch, kompatibel sind.
Die DVD-Brenner nehmen meist beide Plattenformate an. Abschließend kann man sagen, dass das Format DVD-R(W), wegen seiner besseren Kompatibilität mit Wohnzimmer-Lesegeräten, für Video-DVD vorzuziehen ist, während das Format DVD+R(W) Vorteil für die Herstellung von Daten-DVDs mit sich bringt.
Der Begriff «DVD DL» (DVD Dual Layer) bezeichnet die beschreibbaren, doppelschichtigen DVDs. Diese Träger bieten eine größere Speicherkapazität als die einfachen, einschichtigen DVD und verwenden eine Technologie die sich der DVD-9 (DVD doppelschichtig gepresst) annähert.
Eine DVD besteht hauptsächlich aus drei Zonen, die die «Informationszone darstellen» (information area) :
Eine beschreibbare DVD enthält, zusätzlich zu den drei oben beschriebenen Zonen, eine Zone die PCA (Power Calibration Area) genannt wird und eine Zone RMA (Recording Management Area) die sich vor der Lead-In-Zonebefindet.
Die PCA kann wie eine Testzone für den Laser begriffen werden, damit er seine Leistung an den Trägertyp anpassen kann. Dank dieser Zone ist es möglich Rohträger zu kommerzialisieren, die verschiedene organische Farbstoffe und reflektierende Schichten verwenden. Bei jeder Kalibrierung, notiert der Brenner, dass er einen Test gemacht hat. Maximal 99 Tests pro Medium sind erlaubt.
Die DVD benutzen das Dateisystem UDF (Universal Disk Format). Um eine gewisse Kompatibilität mit älteren Betriebssystemen aufrecht zu erhalten, ist ein hybrides Dateisystem entwickelt worden, genannt «UDF Bridge», welches sowie UDF als auch das von den CD-ROM benutzte Dateisystem ISO 9660 trägt. Es muss allerdings angemerkt werden, dass die DVD-Video- und DVD-Audio-Player nur das UDF System tragen.
Eine Video-DVD kann Daten enthalten, die für Wohnzimmer DVD-Player bestimmt sind, sowie zusätzliche Daten, die am Computer gelesen werden können.
Ein DVD Video besitzt eine hierarchische Organisation Verzeichnisse in denen Audio und Videodaten gespeichert werden. Er beruht gewöhnlich auf der folgenden Struktur :
Das Hauptverzeichnis, genannt VIDEO_TS (für Video Title Sets), ist für die Dateien der Video-DVD bestimmt. Das Verzeichnis AUDIO_TS betrifft Audio-DVD, wird aber von manchen Wohnzimmer-DVD-Player verlangt. JACKET_P enthält die Bilder des DVD-Umschlags. Man kann außerdem auch noch andere Verzeichnisse hinzufügen, die am Computer gelesen werden können.
Eine Video-DVD besteht aus einer gewissen Anzahl von Elementen, die sich im Verzeichnis VIDEO_TS befinden:
Die «Video Title» entsprechen Filmen, Videos oder Alben. Ein Titel besteht aus einer «Gruppe von Video-Objekten» (VOBS, Video Object Block Sets), bestehende aus :
Eine DVD kann bis zu 99 Titel enthalten (VTS), jeder unterteilt in bis zu 10 Kapitel.
So enthält das Verzeichnis VIDEO_TS gewöhnlich drei Dateitypen, mit folgenden Erweiterungen :
Eine besondere Datei, genannt VIDEO_TS.IFO (IFO was Information bedeutet) enthält die für das Lesegerät nötigen Informationen zur Anzeige des Hauptmenüs. Sie wird von der Datei VIDEO_TS.VOBbegleitet, die den einführenden Animationsclip, sowie eine Sicherungskopie (genannt VIDEO_TS.BUP)enthält.
Die Video-DVD sind dafür bestimmt, nur in gewissen Teilen der Welt gelesen werden zu können: es handelt sich um die Zonenaufteilung (ursprünglich dazu gedacht, die Verbreitung von Raubkopien zu begrenzen) So ist es theoretisch unmöglich eine DVD einer Zone zu lesen, wenn man sich in einer anderen befindet. Allerdings können so gut wie alle DVD-Computerlaufwerke und eine große Anzahl von Wohnzimmer-DVD-Player mit Dienstprogrammen «entzont» werden.